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Morgens – im Licht des Erwachens

Gott des Anfangs,
wenn der erste Lichtstrahl mein Gesicht berührt,
hebe ich meine Arme zu dir.
Der Tag ist neu, die Luft ist frisch,
und mein Herz will singen.
Lass mich heute wach sein – für dein Wort,
für das Leben, für die leisen Zeichen deiner Nähe.
Wie der Hahn den Morgen ruft,
will ich dich rufen mit meinem ersten Atemzug.

Du bist der Anfang allen Lebens,
und ich darf mit dir beginnen.

Mittags – in der Glut des Tages

Gott der Mitte,
wenn die Hitze des Tages auf mir liegt
und der Weg sich mühsam anfühlt,
rufe ich dich mitten aus dem Tun.
Gib mir Klarheit, wenn meine Gedanken flackern.
Gib mir Milde, wenn ich mich selbst zu streng beurteile.
Gib mir Kraft, die nicht aus mir kommt,
sondern aus deiner stillen Gegenwart.

Du bist die Quelle,
auch wenn meine Brunnen trocken scheinen.

Abends – im Dunkel des Übergangs

Gott der Tiefe,
wenn der Himmel dunkler wird
und die Schatten mich einholen,
dann halte du mich fest.
Ich weiß nicht, was kommt.
Aber ich weiß, dass du da bist.
Ich lege den Tag in deine Hände –
alles Gelungene, alles Gebrochene,
und auch das Unerzählte.

Du bist der Gott der Nacht,
und du zählst meine Tränen wie Sterne.

Vor dem Schlafen - in der Finsternis der Nacht 

Viermal am Tag kehre ich heim zu dir.
Nicht, weil du fern bist – sondern weil ich oft verloren gehe.

Lehre mich, in der Architektur meines Lebens
dich zu erkennen –
in den Bögen des Himmels, in den Stufen der Zeit,
im Licht, im Feuer, im Dunkel.

Schenke mir eine behütete Nacht. 
Amen.


 

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