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Ewiger, der Du mich durch diesen Tag getragen hast, ich lege vor Dich, was war: das Getane und das Ungesagte, das Gelungene und das, was offen blieb. Wie Du mir am Morgen die Seele zurückgegeben hast, so nimm Du sie nun in Deine Ruhe.

Gelobt seist du, Ewiger, unser Gott, König der Welt, der uns durch seine Gebote Wege des Friedens eröffnet.

Ich nehme den Tallit in meine Hände, wie Jesus ihn am Abend nahm – nicht als Mantel des Aufbruchs, sondern als Gewand der Heimkehr.

Ich lege ihn um meine Schultern, einen Augenblick auch über meinen Kopf. Nimm mir das Licht des Tages aus den Augen, gib mir dafür die Stille der Nacht. Lass mich geborgen sein unter dem Saum Deiner Gegenwart.

Sch’ma Jisra’el, Adonai Elohejnu, Adonai Echad. Höre, Israel. Höre, meine Seele. Der Ewige ist unser Gott, der Ewige ist Einer.

Du sollst den Ewigen, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit all deiner Kraft. Heute Abend lege ich diese Liebe in Deine Hände zurück – müde, wie ich bin, und doch gehalten.

Ewiger, wie das Licht jetzt langsam weicht und die Schatten länger werden, so senke auch Du in mir den Frieden ein. Nimm die Schärfe aus meinem Denken, die Unruhe aus meinem Herzen, die Spannung aus meinen Gliedern.

Gib meinem Erinnern Milde, meinen Worten Stille, meinem Schlaf Tiefe. Lass mich heute Nacht ein Mensch sein, der loslassen kann.Der vertraut. Der sich bergen lässt. Der im Dunkel weiß, dass Du Licht bist.

Segne mich, segne die, die mir anvertraut sind, meinen Partner, meine Freunde, die Müden, die Suchenden. Segne, was heilt, und heile, was verwundet ist.

Denn alles Leben kommt von Dir, und in Deine Hände kehrt alles zurück. Heute – wie damals in Galiläa.       

Amen

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